Winterberger Hochtour

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Der Ausblick vom Gipfelkreuz ist eine willkommene Belohnung.
Ausblick auf den wiederaufgeforsteten Wald. Wandern auf der Winterberg Hochtour. Die Markierung begleiten uns entlang der Winterberger Hochtour. Die Wanderung auf der Winterberger Hochtour verspricht schöne Aussichten.

Kurzbeschreibung

Der Fernwanderweg, Winterberger Hochtour, startet und endet am Kahlen Asten und verbindet die Winterberger Ortsteile miteinander. Die Tour führt uns über die höchsten Berge des westfälischen Teiles des Hochsauerlandes, durchquert acht Talbereiche und hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten aus Natur und Kultur zu bieten.

Beschreibung

Die Winterberger Hochtour führt über die vier höchsten Berge des westfälischen Teils des Sauerlandes. Ziel- und Ausgangspunkt ist der Kahle Asten in 841 Metern Höhe. Erwandert werden wollen 82 Streckenkilometer, die es in sich haben. Auf Ihrer Tour durchqueren Sie sämtliche Winterberger Ortsteile. Zahlreiche Kleinode und geschichtsträchtige Orte liegen am Wegesrand. Auf den vier mächtigen Gipfeln lassen Sie den Blick schweifen, weit über das Dach des Sauerlandes hinaus . Qualität ist das oberste Gebot. Der Premiumwanderweg trägt das Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“.

Die durchaus anspruchsvolle Tour können Sie in einzelnen Etappen laufen, ganz nach Ehrgeiz und Kondition. An markanten Stellen finden Sie Wegweiser mit dem Kennzeichen der Winterberger Hochtour. In den aktuellen Winterberger Wanderkarten und auf den Wegweisern an Kreuzungspunkten ist die Winterberger Hochtour mit dem Kürzel WHT gekennzeichnet.

Wegbeschreibung

Etappe 1: Von Winterberg zum Kahlen Asten
Streckenlänge: ca. 4,5 km und 180 Höhenmeter bergan

Die so genannte Untere Pforte in der Winterberger Stadtmitte ist der Ausgangspunkt für unsere erste Etappe der Winterberger Hochtour. Hier, am unteren ehemaligen Stadttor kreuzten sich in den vergangenen Jahrhunderten zwei alte Handelswege, die von Köln nach Leipzig führende Heidenstraße und die mittelalterliche Verbindung von Frankfurt nach Soest, die sich hier Sauerländer Weg nennt. Den Winterberger Handelsleuten, die in die weite Welt hinauszogen, ist auf dem Marktplatz ein Denkmal gesetzt: der Winterberger Handelsmann.

Die Lebensbedingungen der Einwohner blieben durch die kärgliche Landwirtschaft in dieser Höhenlage mehr als bescheiden. Als Handelsleute mussten sie mit Wolle, Holz- und Eisenwaren bis ins 20. Jahrhundert ihren Lebensunterhalt verdienen.

Erst die Eisenbahnanbindung (1906 Eröffnung der Strecke Bestwig–Winterberg) ermöglichte den Einstieg in Wintersport und Fremdenverkehr und führte zum wirtschaftlichen Aufschwung. Stadtrechte und damit verbunden Markt und Gericht erhielt Winterberg in der Amtszeit des Arnold von Hochstaden, der 1263 bis 1266 und 1271 in Arnsberg Landmarschall von Westfalen war. Die Siedlung Winterberg auf der Hochfläche am Kahlen Asten (althochdeutsch: winberg = Weideberg) wird jedoch älter sein.
Am Denkmal des Handelsmannes, der sich von Frau und Kindern für einige Monate verabschieden muss, geht es also los.

Gehen Sie die ganze Strecke mit? Dann verabschieden uns gemeinsam für 3 bis 4 Tage aus dem Trubel und der Hektik des Alltags und wandern auf dem Rothaarsteig©, der hier noch ca. 200 m Gleichlauf mit dem Hanseweg X13 hat, die Straße Am Waltenberg leicht bergan. An der Ecke Eisdiele/Bistorant (kleine Kreuzung) trennen sich die beiden Wanderwege.
Der Rothaarsteig© führt nach rechts über das Herrloh. Die St. Georg-Sprungschanze am Herrloh ist das Winterberger Wahrzeichen und bietet uns die erste tolle Aussicht. Am Südrand von Poppenberg und Bremberg entlang erreichen wir den Nordhang und treffen auf den mit X2 markierten Rothaarweg des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV), dem wir die letzten 100 Höhenmeter hinauf zum Astenturm folgen können (ca. 6 km und 280 HM).

Der Hanseweg biegt an der Eisdiele nach links ab, folgt dann nach rechts der Nuhnestraße bergan und führt uns auf dem wunderschönen Philosophenpfad zum Bürger- und Stadthaus (Rathaus). Dies ist auch der Verlauf der frühmittelalterlichen Heidenstraße, die von Köln nach Leipzig führte. Der Heimat- und Geschichtsverein Winterberg hat in der Nähe des Rathauses am Wanderweg ein Mahnmal errichtet. Es erinnert an den ersten dokumentierten Hexenprozess in Westfalen. Im Jahre 1523 wurden durch das Winterbergisch Halsgericht sechs unschuldige Frauen zum Tode verurteilt und hier auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Der Hanseweg X13 bringt uns – zuletzt im Gleichlauf mit dem Rothaarweg X2 – hinauf zum Astenturm (ca. 4,5 km und 180 Hm).

Die Wandersleute können für Hin- und Rückweg beide Wanderwege in ihre Routenplanung einbeziehen.

Etappe 2: Vom Kahlen Asten zum Großen Bildchen
Streckenlänge:ca. 6,8 km und 70 Höhenmeter bergan

Der Kahle Asten (840,9 m) ist der bekannteste Berg des Sauerlandes. Der Astenturm ist das höchstgelegene Gebäude in NRW und Standort eines Hotels. Der Rundumblick von der Aussichtsplattform des Astenturms reicht bei klarem Wetter bis in die Gegend von Kassel und natürlich über das gesamte Rothaargebirge.
Durch die Waldweide vergangener Jahrhunderte hatte sich im Gebiet des Astenberges eine Hochheide gebildet. Noch heute findet der naturkundige Besucher die Rentierflechte als eiszeitliche Reliktpflanze. Pflegemaßnahmen sorgen dafür, dass nach Aufgabe der Waldweide und des Plaggenhiebes die Heidelandschaft erhalten bleibt.
Der Astenturm selbst erinnert an den 843 geschlossenen Vertrag von Verdun. Man war im 19. Jahrhundert stolz auf die 1000-jährige Selbständigkeit Deutschlands. Bereits 1824 geplant, wurde am 22. Juni 1884 der Grundstein gelegt. 1926 erfolgte die Einrichtung einer Wetterwarte im Turm. Im Erdgeschoss befindet sich eine naturkundliche Ausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.

Am Astenturm beginnen wir, natürlich nach genügender Stärkung in fester oder flüssiger Form, die Winterberger Hochtour und wandern zunächst in westliche Richtung zur Lennequelle. Sie ist die höchstgelegene Quelle Westfalens und fließt unabhängig von der Witterung nur zeitweise. Sie ist somit eine intermittierende Quelle. Nur die Kuppe des Astenberges ist ihr Einzugsgebiet. Nach 128 km Lauf mündet die Lennequelle bei Hagen in die weitaus bekanntere Ruhr.

Von der Quelle aus gehen wir zur Bergstation des Skiliftes am Sahnehang. Bei gutem Wetter bietet sich uns ein prächtiger Blick auf die Hunau mit dem markanten Fernsehturm. Direkt vor uns liegt Altastenberg, dass früher Lichtenscheid hieß und das höchste Dorf Westfalens ist.

Wir wandern nach rechts weiter, auf gleicher Höhe bleibend, und erreichen nach etwa 150 m den Rothaarsteig©. Hier müssen wir etwas aufpassen! Der unscheinbare Blaubeerpfad wird auch vom Rothaarsteig© benutzt und führt uns scharf nach links steil bergab. Wenn wir in der richtigen Zeit unterwegs sind, macht er seinem Namen alle Ehre: ein Ausrutscher kann zu einem „blauen“ Hinterteil führen.
Eine, Jahrhunderte alte, Fahrspur bringt uns nach rechts hinunter zum Nordhang. Dabei überqueren wir die Zufahrtsstraße zum Astenturm. Die alten Spuren haben wohl mal die Heidenstraße mit dem Sauerländer Weg oberhalb von Züschen verbunden. Die Zollstation Winterberg konnte so umgangen werden. Etwa 50 m vor der Nordhangjause (zeitweise bewirtschaftet) liegt versteckt im Wald am Asten-Nordhang der sogenannte Blutstein.

Der Blutstein ist der älteste bekannte Mark- oder Grenzstein im Stadtbereich Winterbergs. Er markierte die Stadt- sowie die Gerichtsgrenzen, außerhalb derer Bann- und Blut-Urteile (Todesurteile) ihre Wirkung verloren. Der unscheinbare Wasserstein auf dem Heidtfelde wurde in Oberkirchener Schnadeprotokollen 1701 erwähnt und 1749 genau beschrieben. Die Grenzen zwischen der Stadt Winterberg und dem nordenauischen Dorf Lichtenscheid (heute Altastenberg) in waldeckischem Lehen waren damals heftig umstritten.

Vom Nordhang aus folgt die Winterberger Hochtour dem mit X2 markierten Rothaarweg auf dem Waldlehrpfad hinunter ins Renautal. Wir verlassen also den Rothaarsteig©.
Das idyllische Renautal beginnt am Nordhang. Wir befinden uns hier in 750 m Höhe. Eine Quelle, aus der das Wasser hervorsprudelt, ist nicht zu finden. Es handelt sich um eine Sicker- oder Sumpfquelle. Bis zur Renauwiese, an der wir das Tal in Richtung Altastenberg verlassen müssen, sind es nur ca. 1,5 km. Auf dieser Strecke hat der Renaubach allerdings schon einen Höhenunterschied von fast 100 m überwunden. Dieses starke Gefälle verleiht ihm trotz geringer Wasserführung eine große Erosionskraft. Noch einmal 3 km talwärts mündet der Renaubach in die bis hierhin nur 2,5 km lange Neger. Diese führt nach weiteren 13 km ihr Wasser zwischen Assinghausen und Olsberg (bei Steinhelle) der Ruhr zu. Da die Ruhr bis zum Zusammenfluss mit der Neger nur 14 km zurückgelegt hat, müsste der berühmte Fluss eigentlich nach der Neger oder noch richtiger nach der Renau benannt werden. (Das Ruhrgebiet hieße dann Negergebiet!)

Bei nassem Wetter ist dieser Fußweg mit Vorsicht zu genießen, da ihn viele Wurzeln durchziehen und die Planken des über den Bach führenden Steges äußerst rutschig sein können. Übrigens, ein Hauch von Risiko gehört zu jeder Bergtour! Über die Renauwiese mit ihrer kleinen Schutzhütte gelangen wir -leicht bergan- zu einem breiten und befestigten Waldweg. Hier trifft der Rothaarweg X2 auf den Friedrich-Wilhelm-Grimme-Weg X27.

Nach links bergan erreichen wir auf X27 nach etwa 1 km das Dorf Altastenberg (780 m).
Das Dorf wurde zwischen 1536 und 1547 gegründet. Es hat sich von einer armen Hirtensiedlung zum heilklimatischen Kurort entwickelt. Mit Gründung der Pfarrei 1785 nahm das Dorf Lichtenscheid den Namen Astenberg an und setzte zur Unterscheidung zum Neudorf auf der Astenwestseite dann Alt davor. 1898 war der Pfarrer der erste Skiläufer im Ort, der heute ganz von Wintersport und Fremdenverkehr bestimmt wird. 1971 wurde Altastenberg im Dorfwettbewerb mit Bundesgold ausgezeichnet.

Wer im Dorf rasten oder den Durst löschen will, wandert in den Ort hinein und besichtigt vielleicht die Kirche Maria Schnee.

Die Winterberger Hochtour folgt nun dem mit X14 markierten Astenweg des SGV bis zum Großen Bildchen (700,0 m). Auf schönem Grasweg wandern wir an der Kreisstraße K75 entlang und erreichen in einer Rechtskurve bei der Höhe 754,0 m eine Schutzhütte. Der mit einem roten Dreieck markierte Großes-Bildchen-Kammweg K6 des SGV führt nach rechts in den Wald hinein. Wir aber bleiben auf dem am Waldrand entlang führenden Astenweg X14, da er die schönere Aussicht bietet. Durch das Gebiet des Astenberger Waldes geht es geradeaus weiter. Steil hinunter erreichen wir das 700 m hoch gelegene Große Bildchen mit dem Antonius-Brunnen.

Das Große Bildchen ist ein von der SGV-Abteilung Siedlinghausen unterhaltener Bildstock an der Straße von Siedlinghausen nach Rehsiepen im malerischen Sorpetal. Alle umliegenden SGV-Abteilungen haben daneben ihre Steine aufgestellt und treffen sich dort jeweils am 1. Sonntag im Oktober zu einem Waldgottesdienst.

Etappe 3: Vom Großen Bildchen nach Siedlinghausen
Streckenlänge: ca. 8,9 km und 100 Höhenmeter bergan

Die SGV-Abteilung Siedlinghausen hat zu ihrem Bildstock einen mit zwei senkrechten Strichen markierten Wanderweg eingerichtet. Dieser Wanderweg wird nicht oft begangen und manchmal sind die Markierungen auch nicht leicht zu finden. Den ersten Kilometer wandert man bei nassem Wetter besser auf der nach Siedlinghausen führenden Landstraße L742. Der in der Wanderkarte eingezeichnete Fußwanderweg führt durch Hochwald, ist recht gut begehbar, aber besonders durch das Siepen der Gutmecke etwas abenteuerlich. Kartenkundige Wanderer finden sicherlich auch die in der Wanderkarte besonders gekennzeichnete Negerkirche, etwa 500 m westlich von der Schafsbrücke.

Siedlinghausen: Das ehemalige Kirchdorf Neger gehörte zu einer ganzen Reihe von Dörfern, die wüst gefallen sind. Die vier Täler im heutigen Stadtbereich Winterbergs hatten bis ins 14./15. Jahrhundert eine beachtliche Siedlungsdichte. Historiker sehen als Gründe für das Verlassen der Siedlungen klimatische Veränderungen (kältere und längere Winter ab etwa 1300), heftige Fehden des Landadels, unter denen die bäuerliche Bevölkerung zu leiden hatte, und die Anziehungskraft der im 13. Jahrhundert gegründeten Städte (Winterberg um 1265) an. Mit Neger (Neyere) am Flusse gleichen Namens ist auch ein Kirchdorf verlassen worden.

Die vom Jagdschloss Siedlinghausen (550 m) an mit Sh3 (Siedlinghausen3) markierte Winterberger Hochtour (WHT) führt uns nun 100 Höhenmeter bergan zum Sattel zwischen Himmelskrone und Steinberg. Geschichtskundige merken gleich, dass sie hier auf einem alten Weg wandern, es ist der Kirchweg von Silbach zur untergegangenen Negerkirche. Östlich der Himmelskrone erreichen wir den Friedrich-Wilhelm-Grimme-Weg X27 des Sauerländischen Gebirgsvereins. Hier hat er etwa 600 m Gleichlauf mit dem Rothaarweg X2, der uns steil hinunter nach Silbach führt.

Dorf und Bergfreiheit Silbach werden als Hofstätte schon im 13. Jahrhundert (als Sylbeke) erwähnt. Bedeutung gewinnt die Ansiedlung im 16. Jahrhundert, als dort Silber- und Blei-Erze geschürft wurden. Nach Erschöpfung der Vorkommen wurde der Erzbergbau von der Schiefergewinnung unter Tage abgelöst; und auch diese ist inzwischen eingestellt. Der schmucke Ort hat dann an der im Sauerland üblichen Hinwendung zum Fremdenverkehr teilgenommen und 1973 im Dorfwettbewerb Bundesgold errungen.

Von der Ortsmitte aus folgen wir der Markierung "waagerechter weißer Strich". Sie führt uns über die Straße Stollenweg zur Straße Auf der Kamer und zum Sportplatz. Nach rechts wandern wir um den Sportplatz herum und durch die Freizeitanlage Auf der Kamer aus dem Dorf hinaus. Ein schmaler, malerischer Fußweg leitet uns - immer am Bach Namenlose entlang - nach Siedlinghausen. Die Namenlose heißt eigentlich Lameloofe, das bedeutet "lehmführender Bach". Sie mündet in Siedlinghausen in die Neger. Auf der Kolpingstraße erreichen wir die Ortsmitte, halten uns rechts und treffen an der Hochsauerlandstraße wieder auf den mit X27 markierten Friedrich-Wilhelm-Grimme-Weg.

Im Tal der Neger und Namenlose stießen bei Siedlinghausen bis zu den Gründungen der Reiche des Mittelalters drei germanische Gaue zusammen. Es gibt Hinweise, dass das Gebiet schon in keltischer Zeit besiedelt war. 1314 sind dann Hofstätten in Selinchusen erwähnt. Der Zuzug aus einigen Wüstungen im Bereich der Negerkirche – um 1300 selbständige Pfarrei – hat den Ort zum Dorf werden lassen, in dem die Eisenverarbeitung zuhause war. Erst 1920 wird die Gemeinde zur selbständigen Pfarrei erhoben. Bis in unsere Tage dominiert der Handel, der den Ort zum „Kaufhaus des Sauerlandes“ aufstuft. Das heute 2.300 Einwohner-Dorf ist Teil der Stadt Winterberg geworden, bleibt aber um das ihm eigene Image bemüht. Die Kirche in der Ortsmitte ist insofern sehenswert, als es hier gelungen ist, neben dem alten Turm ein neues Kirchenschiff zu integrieren. Sie ist ein gutes Beispiel, wie mit heimischem Baumaterial alte Substanz erhalten und die angefügten neuen Teile den heutigen Forderungen entsprechend harmonisch angefügt werden können.

Etappe 4: Von Siedlinghausen nach Niedersfeld
Streckenlänge: ca. 6,3 km und 220 Höhenmeter bergan

Wir überqueren in Siedlinghausen die Hochsauerlandstraße und folgen dem weißen X25/27 zunächst auf der Straße In den Zäunen und dann Am Scheid bergan, aus dem Dorf hinaus.

Am Ortsrand bei einem Aussiedlerhof trennt sich der Hunauweg X25, der bis hier Gleichlauf hatte, nach rechts ab. Ihm müssen wir folgen.

Die neu angelegten Kreuzwegstationen führen uns bergan zur SGV-Hütte Auf dem Röbbeke (580 m). Hier befindet sich auch der Parkplatz Krämerhöhe des Naturparks Rothaargebirge. An der Kapelle Maria zur Gilgegaike vorbei wandern wir - immer X25 folgend - nach rechts in den Wald hinein (Gilgegaike = heilige Eiche).

Der Hunauweg führt uns über den Sattel (675,3 m) zwischen Höhe 710,3 m und Hoher Hagen hinunter ins Huckeshohl mit der Schutzhütte Pagenes, westlich von Niedersfeld.

Am Parkplatz Huxol treffen wir auf den Kaiser-Otto-Weg X16 des SGV. Beide Wanderwege führen im Gleichlauf nach Niedersfeld hinein, trennen sich aber noch vor der Ortsmitte. Wir folgen dem Kaiser-Otto-Weg X16 und überqueren kurz vor der B480 die Ruhr.

Niedersfeld, am Zusammenfluss von Ruhr und Hille (Niedersfeld = am niederen Feld), 1329 urkundlich erwähnt, könnte ein Nachfolgeort des Waldschmiededorfes am Neuen Hagen gewesen sein. Das Dorf hat wohl auch Zuzug aus dem bis 1500 wüst gewordenen Haarfeld (haarfeld = Feld auf der Höhe) an der Voßmecke und oberen Ruhr erhalten. 1812 gab das Dorf dem Amt Niedersfeld den Namen.

Die Hochheide, der Hillebachsee, Freizeitanlagen und Skilifte sind heute beliebte Anziehungspunkte für den Tourismus und Erholung in Sommer und Winter. 1975 wurde das 2000 Einwohner-Dorf mit dem Amt Teil der Stadt Winterberg.

Etappe 5: Von Niedersfeld nach Hildfeld
Streckenlänge: ca. 12,1 km und 400 Höhenmeter bergan

Von der Niedersfelder Ruhrstraße aus folgen wir dem Kaiser-Otto-Weg X16 zunächst an der Burbecke entlang. Erst ein kurzes Stück der Straße Am Bach, dann den Junkernpfad bergan aus dem Dorf hinaus. Unterhalb des ehemaligen ÖTV-Heimes biegt der X16 nach rechts ab.

Wir bleiben im Tal der Burbecke und folgen den Markierungen N1 und N2 weiter bergan. Vorbei an der Schutzhütte Burbecke wird unser Wanderweg nun zu einer echten Bergtour, denn es geht hinauf zum höchsten Berg Westfalens, dem 843,1 m hohen Langenberg. Die Wandersleute müssen auf die Karte schauen, denn am höchsten Punkt des befestigte Waldweges (in der Kurve) müssen wir nach links auf einem steilen Fußweg durch den Buchenhochwald bergan zum Unteren Burbecker Platz (Wegweiser 774,0 m) aufsteigen.

Die Markierung N2 führt uns zusammen mit zwei senkrechten weißen Strichen nach rechts weiter zum Oberen Burbecker Platz (800 m). Bis zur Gipfelkuppe des Langenbergs ist es noch etwa 1 km weiter. Sie liegt im Stadtgebiet von Olsberg, es sind nur etwa 5 m bis zur hessischen Landesgrenze.

Wir machen einen kleinen Abstecher hinauf und prosten uns am Gipfelstein ein „Berg Heil“ zu. Der Langenberg macht seinem Namen alle Ehre, er ist ein langgestreckter Berg, bietet aber keine gute Aussicht. Vom Richtplatz, oberhalb von Willingen kommend, führen auch der bekannte Rothaarsteig©, der Uplandsteig sowie der mit einem roten Dreieck markierte Langenbergkammweg K1 des SGV in ca. 300 m Entfernung (markanter Grenzstein mit Wegweiser) am „Gipfel“ vorbei.

Nach der Gipfelrast geht es - den Markierungen folgend - zurück zum Oberen Burbecker Platz. Nach ca. 2 km einsamer Waldwanderung erreichen wir den Parkplatz Neuer Hagen am Westrand der Hochheide (Schutzhütte) und biegen scharf nach links bergan ab. Noch haben Kaiser-Otto-Weg X6, Langenbergkammweg K1, Uplandsteig und der Rothaarsteig© Gleichlauf; sie trennen sich dann mitten auf der Hochheide. Wir bleiben über die Hochheide auf dem Rothaarsteig©.

Die Hochheide (NSG Neuer Hagen) ist das flächenmäßig größte und auch höchste Heidegebiet in unserem Land. Heute hat sie noch etwa 100 Hektar. Naturschutzgebiet (NSG) ist, so ist sie in Wirklichkeit ein Relikt harter menschlicher Eingriffe und Zeichen der Not vergangener Jahrhunderte.

Auch wenn sie offiziell ein Düngemittel außer Stallmist und Jauche gab es nicht. Alle Tiere, Kühe, Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine mussten sich im Sommerhalbjahr im und vom Wald ernähren, da die Talwiesen ausschließlich zur Heugewinnung für den Winter genutzt wurden. Der Dorfhirt führte sie täglich auf die Waldweide, Hude genannt. Die jungen Bäumchen fielen den Tieren zum Opfer, der Wald konnte sich nicht verjüngen und im Laufe der Jahrhunderte entstanden kahle Flächen auf den Bergen des Sauerlandes. Bergnamen wie Kahler Asten, Kahle Pön, Ka-Lied, Kahleberg usw. zeugen davon. Da das Stroh als Nahrungsvorrat im Winter für die Tiere gebraucht wurde, zogen die Bauern auf die kahlen Flächen und hackten die oberste Pflanzenschicht ab, um sie in den Ställen als Streu zu verwenden. Der Mist wurde als Dünger auf die Felder gestreut. Zugunsten des Bodens auf den Feldern verarmte der Waldboden und Pflanzen siedelten sich an, die mit wenigen Nährstoffen zufrieden sind, z.B. das Heidekraut und Beerensträucher.

Auch für diese Entwicklung zeugen Bergnamen wie Heidkopf und Heidberg. Heute gefallen uns die im Herbst farbenprächtigen Heidelandschaften. Sie bieten herrliche Aussichten und laden zum Wandern ein. Wenn wir die heutige Erholungslandschaft erhalten wollen, müssen wir leider wieder eingreifen und placken (der Begriff Plackerei stammt daher). Sonst holt sich die Natur zurück, was ihr einmal gehörte und macht wieder Wald aus der Hochheide. Der Hochsauerlandkreis lässt sich die Erhaltung der Hochheide hier und am Kahlen Asten jedes Jahr bares Geld kosten, da Schäfer und Schafherde bezahlt werden wollen und die Plaggenarbeit maschinell durchgeführt wird. Mühevolle Handplackerei leistet heute freiwillig niemand mehr.

Der 838 m hohe Clemensberg ist dem Diabas-Abbau der Mitteldeutschen-Hartstein-Industrie (MHI) zum Opfer gefallen. Mit den maschinell abgeschobenen Heideplaggen hat man nun einen "neuen" 838 m hohen Clemensberg aufgeschüttet, über den der Rothaarsteig© verläuft. Es bietet sich ein fast unvergleichlicher Panoramablick über die Berge des hessisch-waldeckischen Uplandes und das gesamte Hochsauerland. Eine Bildtafel klärt uns dort über den Steinbruch auf.

Im Diabassteinbruch der MHI wird vulkanisches Gestein, nämlich Diabas gefördert. Diabas heißt Grünstein und hat sich vor 320 Mio. Jahren in die Ablagerungen des Devonmeeres ergossen. Dort erkalteten sie und wurden von Sedimenten überlagert. Der zunehmende Druck verwandelte sie zu verschiedenartigen Gesteinen vulkanischen Ursprungs. Diabas eignet sich hervorragend für den Straßenbau und als Untergrund für Bahndämme der Eisenbahn. Die tägliche Förderung beträgt etwa 3.000 Tonnen.

Das weiße Gelübdekreuz mit dem nicht weit entfernten Gelübdestein erinnert an einen Hildfelder Soldaten, der in aussichtsloser Situation in Italien gelobte, bei glücklicher Heimkehr ein Kreuz auf den Clemensberg zu tragen. 1946 konnte er sein Gelübde erfüllen. Wir wollen hoffen, dass allen Wandersleuten ebenfalls eine glückliche Heimkehr beschieden sein wird!

Über eine steile Naturtreppe kehren wir zur Hochheide zurück und erreichen bald die Hoppeckequelle, deren Wasser über die Diemel zur Weser fließen. Wir befinden uns also auf der Rhein-Weser-Wasserscheide. Der östliche Teil der Hochheide ist leicht nach Norden geneigt, wesentlich feuchter im Untergrund und von einigen Quellmulden durchzogen. Kleine Hangmoore haben sich gebildet. Sie bieten Lebensraum für selten gewordene Pflanzen und Tiere.

Am Ostrand des Naturschutzgebietes treffen wir wieder auf die Landesgrenze Hessen/NRW mit ihren historischen Grenzsteinen, die den achtstrahligen Waldecker Stern und das kurkölnische Kreuz mit Nummer und Jahreszahl tragen (FW = Fürstentum Waldeck und KP = Königreich Preußen).

Etwa 300 m weiter führt die Winterberger Hochtour (WHT) zur Schutzhütte Scheid (783,0 m), einem beliebten und belebten Treffpunkt der Wanderer und Skilangläufer. Rothaarsteig©, Langenbergkammweg und auch unsere Winterberger Hochtour machen eine scharfe Biegung nach rechts und wir wandern nun fast 1,5 km an der Landesgrenze entlang. Beim Höhenpunkt 752,7 m (Grenzstein) verlassen wir die Landesgrenze nach rechts und treffen 150 m weiter auf einen Wegweiser. Rothaarsteig© und Langenbergkammweg K1 biegen im rechten Winkel nach links ab.

Achtung, die Winterberger Hochtour (WHT) folgt jetzt bis Hildfeld dem gelb/schwarzen Rothaarsteiglogo, das zusammen mit H3 den Zugangsweg nach Hildfeld markiert. Der an manchen Stellen tief ausgefahrene Hohlweg wurde jahrhundertelang von den Hildfeldern als Waldweg und Verbindungsweg zum Bahnhof Stryck/Usseln benutzt. Vorbei am Grillplatz Im Grund und an der zeitweise bewirtschafteten Clemensberghütte erreichen wir Hildfeld.
Hildfeld (althochdeutsch: hiltfelde = Feld am Hang) kann zu den ältesten Siedlungen im oberen Sauerland gezählt werden. Es ist wohl der altsächsischen Siedlungsperiode (500 – 800 n.Chr.) zuzurechnen. 1220 wird es erstmals urkundlich erwähnt. Große Strukturveränderungen hat es nach dem II. Weltkrieg gegeben, so dass sich die Einwohnerzahl von 320 auf über 600 fast verdoppelt hat. Überragt wird das Dorf von den Steinbruchanlagen der MHI zwischen Pölz und Clemensberg, aber auch der Fremdenverkehr hat die Erwerbsstruktur deutlich verbessert.

Etappe 6: Von Hildfeld nach Elkeringhausen
Streckenlänge: ca. 6,2 km und 130 Höhenmeter bergan

Da möglichst alle Dörfer der Stadt Winterberg in die Hochtour eingebunden werden sollten, wurde die Strecke auch durch den von Hille, Gröne, Springe und Westernau gebildeten Talkessel mit den darin liegenden Dörfern Hildfeld und Grönebach geführt.

Wir folgen dem Hunauweg X25 des SGV durch Hildfeld hindurch bis zur längst nicht mehr bestehenden Strickmühle, die in den Wanderkarten aber noch verzeichnet ist. Am ehemaligen Grönebach/Hildfelder Bahnhof der Kleinbahn-Steinhelle-Medebach wird die Landstraße L872 überquert. Wir wandern bis zum Zusammenfluss von Hille und Gröne in der Nähe der Hillebrücke.

Der X25 führt nach rechts in Richtung Niedersfeld talabwärts weiter, wir aber halten uns links und folgen den weißen Winkeln des von Grönebach kommenden Zugangsweges an Milchers Hecke entlang zur Ortsmitte von Grönebach. (Die grünen Zeichen W1a kennzeichnen den Winterberger Ruhr-Hille-Radwanderweg.)

Grönebach, erstmals 1250 urkundlich erwähnt, war bis zur Gründung des Amtes Niedersfeld im Jahre 1812 der Hauptort der gleichnamigen Grafschaft. Zum Kirchspiel Grönebach gehörten jahrhundertelang die Orte Elkeringhausen, Hildfeld, Niedersfeld, Silbach, das untergegangene Haarfeld und zeitweise sogar Siedlinghausen.

Der ruhige Ort liegt in der Mulde des Zusammenflusses von Springebach und Westernau, die sich im Dorf zur Gröne vereinigen (Grönebach = grüner Bach). Mittelpunkt des Ortes ist die in der Dorfmitte stehende Pfarrkirche St. Lambertus (Patron der Kaufleute) mit ihrem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Turm. Das auch heute noch von der Landwirtschaft geprägte Dorf wurde 1975 der Stadt Winterberg zugeordnet.

Nachdem wir uns an der Wandertafel am Lambertusplatz informiert haben, wandern wir die Küstelberger Straße entlang (Wanderzeichen: schwarzes liegendes R auf gelbem Grund; weißer Winkel; weißer Punkt und G1) bis zum Feuerwehrgerätehaus/Gasthof Zur Linde. Hier halten wir uns rechts und erreichen nach ca. 300 m den Rastplatz am Dorfbrunnen.

Nach rechts geht es etwa 100 m weiter bis zu einer Bank (Wegweiser) und nun kommt ein „Wanderschmankerl". (Für Wanderexperten: Am Talrand der Westernau führt der alte - natürlich nicht markierte - ehemalige Kirchweg Elkeringhausen/Grönebach bis zur Bank entlang.)

Nach links führt uns ein schmaler, für ältere Wandersleute auch etwas abenteuerlicher Fußwanderweg – vorbei am Bolzplatz – zum Rastplatz und Schutzhütte Entenwiese mit ihrem kleinen Teich. (Bis hierhin kann man vom Dorfbrunnen aus leichter auch auf dem mit einem weißen Punkt markierten, asphaltierten Feldweg gelangen.)

Achtung, aufpassen! Von der Schutzhütte am Ende der Entenwiese geht es etwa 100 m nach links und dann nach rechts steil bergan, auf dem alten Kirchweg Elkeringhausen-Grönebach, bis zum Kreuz auf dem Hamm (700 m). Hier kreuzen wir den Rothaarsteig© und den Hanseweg X13 des SGV. Ein prächtiger Ausblick auf die Winterberger Hochfläche mit Stadt und Kahler Asten öffnet sich am Waldrand.
Mehr als 200 Höhenmeter tiefer liegt, für uns noch nicht sichtbar, Elkeringhausen. Die Dorfbewohner sind jahrhundertelang, nicht nur jeden Sonntag, steil bergan gegangen und haben den Gottesdienst in Grönebach besucht; sie haben auch ihre Toten auf dem Friedhof in Grönebach begraben.

Etwa 100 m geradeaus weiter erreichen wir den sogenannten Pastorenstein von 1696. Pastor Busch hat ihn hier an der Kreuzung von Heidenstraße und Kirchweg aufgestellt. Vielleicht hat in der Nische einmal eine Figur des Hl. Jakobus gestanden?
Daneben steht ein weißes Häuschen, Maria in der Wildnis genannt. Der Grönebacher Pastor Heinrich Epe wollte damals, in den frühen 50-er Jahren, auf die Verwilderung der Sitten hinweisen. Im Grönebacher Jubiläumsjahr 2000 haben Heimat- und Geschichtsverein Winterberg und die SGV-Abteilung Grönebach einen schweren Diabasblock aufgestellt (Wegestein Heidenstraße). Eine große Bronzetafel erzählt uns etwas über Heidenstraße, camino und Kirchweg.

Wir wandern geradeaus an der Buschreihe entlang, queren die Landstraße L740 Küstelberg-Winterberg und steigen nun steil bergab nach Elkeringhausen. Am Waldrand oberhalb des Dorfes öffnet sich der Blick auf den Talkessel und wir sehen das Dorf mit dem dahinter liegenden Berg Alte Grimme vor uns liegen. Es heißt Anlauf nehmen, denn gegenüber müssen wir gleich wieder steil hinauf auf den Grimme!

Die Besiedlung des Dorfes Elkeringhausen erfolgte wohl schon in frühgeschichtlicher Zeit. Sie wurde begünstigt durch die Nähe der Heidenstraße und der für die Landwirtschaft günstigen Südhanglage, geschützt gegen kalte Westwinde. Erste urkundliche Erwähnung findet Elkeringhausen jedoch erst 1410 in einem Lehensregister. Der rein landwirtschaftlich orientierte Ort wurde nach dem I. Weltkrieg für den Fremdenverkehr erschlossen. Die gut gelungene Dorfsanierung und der ehrenamtliche Fleiß seiner Bürger gaben ihm das heutige, einmalige Bild eines anerkannten Erholungsortes inmitten eines Kranzes hoher Berge.

Etappe 7: Von Elkeringhausen nach Züschen
Streckenlänge: ca. 14,1 km und 500 Höhenmeter bergan

An der Kreuzung in der Ortsmitte von Elkeringhausen halten wir uns links und wandern etwa 200 in Richtung Küstelberg (Markierung E1). Dann überqueren wir die Orke nach rechts und wandern nach links flussaufwärts – dem E1 folgend – weiter. Kurz vor dem Höhenpunkt 516,0 m (siehe Karte) müssen wir gut aufpassen, denn jetzt geht es unmarkiert weiter. Alle Tourengeher werden richtig gefordert, die Hochtour macht ihrem Namen alle Ehre.

Wir müssen den Wegweisern Winterberger Hochtour steil bergan bis zum Sattel zwischen Rösberg und Alte Grimme (Höhenpunkt 681,0 m) folgen. Zuerst – etwa 800 m – ist der Wanderweg noch ein befestigter Fahrweg, dann aber geht es auf unbefestigtem Fußweg durch das Müggenloch am Bach entlang nach rechts steil hinauf bis zum nächsten Fahrweg. Hier treffen wir auf den mit einem weißen Quadrat markierten Wanderweg Elkeringhausen-Glindfeld, folgen ihm bergan zum Sattel (681,0 m) und können uns an der Bank erst einmal etwas erholen.

Das weiße Quadrat verlässt uns nach links zur Schienenhütte, wir aber wandern nach rechts bergan, der Markierung E4 folgend. Wer gut aufpasst, entdeckt an der linken Wegseite einen wegbegleitenden kleinen Wall mit einem alten Grenzstein, wir wandern nämlich an der Stadtgrenze Medebach-Winterberg entlang. Weiter oben weist uns ein Wegweiser nach rechts bergan zum Gipfel des Alte Grimme mit Gipfelkreuz und Schutzhütte.

Der abenteuerliche "Weiterweg" an der Bergkante entlang durch lichte Krüppelbuchen zur Schöne Aussicht ist dem Jagdpächter Dr. Michael Lück zu verdanken. Sofort war er bereit, Wander- und Naturfreunde durch das Revier gehen zu lassen. Dankeschön dafür! Etwa 500 m geht es in Serpentinen weglos an der Bergkante entlang und wir haben die Ruhebank an der Schönen Aussicht erreicht. Ein unbefestigter Fahrweg endet hier, wir folgen ihm nach links bergab und treffen am Butterfeld wieder auf den Wanderweg E4. Diesem folgen wir ca. 50 m nach rechts bergab und wandern dann nach links auf dem Elkeringhauser Historischen Wanderweg zur Zeche Elend.

Mit viel Fleiß und Mühe wurde in 2006 ein Förderwagen aus den 20er Jahren restauriert. Bei der Zeche Elend handelt es sich, wie der Name schon andeutet, um ein verlassenes Bergwerk. Vier Winterberger hatten sich 1865 die Bergwerksrechte für vermutete Erzvorkommen gesichert. Mangels abbauwürdiger Erze gaben die Winterberger ihre "elendigen" Versuche 1867 wieder auf.

Den Wegweisern folgend, erreichen wir nach 1 1/2 Kilometern Bergabwanderung das Orketal in der Mark Wernsdorf, nahe der ehemaligen Wernsdorfer Kirche.

Markenbesitz ist uraltes Güterrecht, das bis auf die karolingische Zeit zurück zu führen ist. Die Mark (althochdeutsch: marcha = Grenze) einer Siedlung, also auch die Mark Wernsdorf, war der ihr gehörende Bereich und wurde als Allmende gemeinschaftlich genutzt, während Äcker Hofeigentum waren. Markrechte waren an die Hofstätten der Einsassen (Gegensatz: Beilieger, die keine Höfe besaßen) gebunden. Die Rechte erstreckten sich auf Holznutzung (Brand-, Kohl- und Bauholz), Weide, Streu- und Plaggenhieb zu Düngezwecken. Noch heute werden die alten Marken mit den Namen der untergegangenen Dörfer genossenschaftlich genutzt und verwaltet. Die Einwohner des ehemaligen Dorfes Wernsdorf sind wohl in den Schutz der Stadt Winterberg gezogen. Die Grundmauern der alten Kirche sind durch einen Erdhügel konserviert und werden auf einer Bronzetafel dargestellt.

Bis zur Ehrenscheider Mühle (Parkplatz des Naturparks Rothaargebirge 466,7 m) folgen wir dem mit einer weißen, offenen Raute markierten Bezirksweg Medebach/Winterberg talaufwärts.

Direkt hinter der Orkebrücke beginnt der mit einem weißen, offenen Rechteck markierte Verbindungsweg Elkeringhausen-Züschen. Wir folgen ihm nach links bergan durch die Wälder der Mark Wernsdorf, überqueren den Siebentälerweg und das Kerrloh bis zum Hesborner Weg.
Oben angekommen, geht es ca. 300 m nach links in Richtung Hesborn
weiter bis zu einer Wegegabelung mit einem großen Wegweiser. Der mit einem weißen Quadrat markierte Züscher Höhenweg weist uns nach rechts den Weiterweg zum noch etwa 1,5 km entfernten Franzosenkreuz. Unterwegs kreuzen wir einen etwa 1 m hohen Erdwall, die ehemalige Landwehr auf dem Katerkopf.

Landwehren waren im Mittelalter Verteidigungsanlagen der Stadt- und Landbevölkerung sowie Schutzanlagen für wichtige Verkehrswege. Landwehren waren oft noch mit Dornenhecken als Annäherungshindernis bewachsen. Alte Flurnamen, wie z.B. Lanfert, erinnern noch heute an diese Verteidigungsanlagen. Die Landwehr rund um die Stadt Winterberg soll 25 km lang gewesen sein. Am Franzosenkreuz soll der Überlieferung nach im Siebenjährigen Krieg (1756-63) ein Bursche seinen französischen Offizier erschlagen haben. Vermutungen gehen auch dahin, dass dieses Kreuz bis in die fränkische Zeit Karls des Großen zurückgeht. An der gegenüber liegenden Wegseite wurde ein Schnadestein aufgestellt. Er zeigt uns, dass wir uns hier am "Dreiländereck" Winterberg-Hesborn-Züschen befinden.

Über den Südhang des Ikesberg steigen wir nun bergab bis zum Waldrand. Der sogenannte Zick-Zack-Weg führt uns mit schönen Ausblicken auf das zwischen den Tälern von Nuhne, Ahre, Haumecke, Bremke und Brembach liegende Züschen, zuletzt auf dem „Bauernpfad“ ins Tal. Ab Sägewerk Lange erreichen wir, an der Nuhne entlang, die Ortsmitte des Fachwerkdorfes.

Gedeutet wird der Name Züschen (im Mittelalter Tuscene) als „zwischen den Bächen“. Urkundlich ist das Dorf 793 nachgewiesen und war mit seiner St. Johannes-Kirche Taufort der gleichnamigen Grafschaft, die auf dem Holenor einen reichsunmittelbaren Freistuhl als Gerichtsstätte besaß. Heute arbeiten hier Sägewerke und ein Drahtseilwerk.

Gepflegte Fachwerkhäuser bestimmen den 2.000 Einwohner-Ort, der 1983 im Dorfwettbewerb mit Bundesgold ausgezeichnet wurde. Gäste schätzen die idyllische Lage am Astensüdhang, umgeben von Wäldern und ebenfalls das vorbildlich erschlossene Skigebiet Homberg (SkiWorld).

Etappe 8: Von Züschen nach Mollseifen
Streckenlänge:ca. 12,8 km und 350 Höhenmeter bergan

Von der Tourist-Information Züschen an der B236 bei Webes Platz aus folgen wir zunächst der Mollseifer Straße bis zu Borgs Scheune.

Hier biegen wir nach links bergab und folgen den Markierungen rotes Dreieck (Ziegenhellenkammweg K8); weißes, offenes Dreieck (Berleburger Weg) sowie Z1, 2, 3 und 4 (Züscher Wanderwege) bis zur alten Eisenbahnbrücke. Direkt hinter der Eisenbahnunterquerung (heute Radweg Züschen-Hallenberg) geht es auf dem Z1 nach links bergan.

Wir wandern an den renovierten Kreuzwegstationen entlang, hinauf zur Kreuzwegkapelle am Hackelberg. Der Hackelbergweg Z1 führt uns weiter bergan bis zu mit einem Schnadestein markierten Stadtgrenze Hallenberg-Winterberg. Hier treffen wir auf den Züscher Höhenwanderweg (Markierung: weißes Quadrat), dem wir nach rechts über den Ziegenhellenplatz mit seiner Schutzhütte hinauf bis zum Aussichtsturm auf der Ziegenhelle (815,5 m) folgen.
[Variante für Kartenkundige: Ab Sungerplätze können wir auch dem unmarkierten Waldweg hinauf zum Ziegenhellenplatz folgen.]

Wir durchqueren dabei das Skigebiet Homberg (SkiWorld Züschen).

Der Turm ist von anderen Höhen nicht leicht zu entdecken, bietet trotzdem aber einen schönen Rundblick bis hinauf zum Clemensberg (bei Hildfeld) und zum Kahlen Asten.

Bis nach Mollseifen folgt die Winterberger Hochtour (WHT) nun dem mit einem roten Dreieck markierten Ziegenhellenkammweg K8 des SGV. Etwa 300 m südlich vom Aussichtsturm biegt der K8 nach rechts ab, es geht recht steil hinunter, wird dann aber sanfter. In einsamer Waldwanderung kreuzen wir den Wunderthauser Weg, ca. 800 m weiter auch den Berleburger Weg (weißes, offenes Dreieck) und erreichen über den Osterkopf das Böse Holz mit einem Schnadestein (690,3 m). Der Name Böses Holz erinnert an den nahegelegenen Freistuhl Siebenahorn (Holenor). Dieser war ein Femegericht des frühen Mittelalters. Eines dieser Gerichte lag nachweislich von etwa 1375 bis 1580 am Freien Stuhl. Sein Name Holenor stammt von Holvern = hohler Ahorn.

Es war immer ein besonderes Recht des freien Mannes, über seinesgleichen zu richten. Auch die Schöffen mussten Freie sein. Erst in späterer Zeit rissen Grundherren, Adelige und Vögte dieses Recht an sich. Die Ratsherren der freien Städte ließen sich dieses Recht allerdings nicht nehmen. Oftmals lagen die freien Gerichte weit abseits der Orte, in Wäldern wie hier. Die heutige Flurnamen Freier Stuhl, Böses Holz und Zwistberg (Streitberg) zeugen noch von der damaligen Gerichtsstätte.

Über den Zwistberg (743 m) erreichen wir in steilem Abstieg den Ortseingang des kleinen, aber feinen Walddorfes Mollseifen mit dem Naturfreundehaus (Übernachtungsmöglichkeit).

Etappe 9: Von Mollseifen nach Hoheleye
Streckenlänge: ca. 7,4 km und 220 Höhenmeter bergan

Ursprünglich sollte die Winterberger Hochtour (WHT) von Mollseifen über den Helleplatz hinauf zum Kahlen Asten führen. Die Höhendörfer Hoheleye, Langewiese, Lenneplätze und Neuastenberg waren aber mit Recht nicht einverstanden. Sie gehörten jetzt zu Winterberg und nicht mehr zu Wittgenstein, war ihr schlagendes Argument.

So wurde die Winterberger Hochtour (WHT) durch das Odeborntal tief hinunter und malerisch durch das Hesselbachtal und Hoheleye hinauf zum alten Grenzweg gelegt. Eine tolle Tal- und anschließend eine genauso tolle Bergwanderung!

In Mollseifen wurde im Oktober 2006 eine bewirtete Jausen-Hütte, die bereits zweite Rothaarsteighütte, eröffnet. Hier können wir rasten und es uns schmecken lassen.

Von Mollseifen folgen wir bis zum Grillplatz den Markierungen X14, M1 und M2 an der Straße entlang. Astenweg X14 und Ruhbergweg M2 biegen nach rechts ab, wir aber überqueren den Grillplatz, bleiben immer im Odeborntal und erreichen auf wechselnden Markierungen nach fast 5 km Talwanderung den Parkplatz Odeborntal des Naturparks Rothaargebirge.

Nach rechts bergan wird die nach Girkhausen führende Landstraße L721 überquert und durch das Hesselbachtal wandern wir, den Markierungen A2 und A4 folgend, in steiler Serpentine hinauf nach Hoheleye.

Die Höhendörfer Hoheleye, Langewiese, Mollseifen und Neuastenberg sind eine Gründung des Grafen Casimir zu Sayn-Wittgenstein, der 1713 „obig Girkhausen auf dem sogenannten Astenberge ein neues Dorf anzulegen“ bestimmte und den Ansiedlern aus Westfalen und Wittgenstein u.a. Religionsfreiheit zubilligte.

Seit 1975 sind die vier angenehm ruhigen Höhendörfer Teil der Stadt Winterberg und als bedeutende Kur-, Sport- und Erholungsorte von vielen Gästen hoch geschätzt.

Etappe 10: Von Hoheleye zum Kahlen Asten
Streckenlänge: ca. 6,7 km und 250 Höhenmeter bergan

Oberhalb von Hoheleye überqueren wir die Bundesstraße B480 und wandern – am Aussiedlerhof vorbei – hinauf zum Kamm des Rothaargebirges (740 m). Die Markierung A4 begleitet uns dabei. Auf der Höhe treffen wir auf den sogenannten Grenzweg, über den Rothaarsteig©, der Rothaarkammweg 3, Robert-Kolb-Weg 6 und örtliche Wanderwege führen. Auch der Wanderweg der Deutschen Einheit (WDE - Görlitz-Aachen) benutzt den alten Höhenweg.

Der Grenzweg über den Kamm des Rothaargebirges war im Wechsel der Jahrhunderte Landes-, Zoll- und Bistumsgrenze. Hier verlief die Glaubens- und Stammesgrenze zwischen den Stämmen der Franken und Sachsen. Der Rothaargebirgskamm ist Wasserscheide zwischen Rhein und Weser. Der Altarstein bei Schanze und der Heidenstock sind alte, heidnische Opferstätten.

Auf dem Kamm angekommen, folgen wir den Wanderzeichen nach rechts, gehen der Morgensonne und dem Astenberg entgegen. Bis zum Astenturm bleibt die Hochtour auf dem Rothaarsteig©.

Rechts am Weg entdecken wir den sogenannten Wildererstein. Hier hat sich ein Drama zugetragen. Was muss das in früheren Zeiten doch eine Not gewesen sein, wenn wegen Wilderei ein Mensch erschossen wurde!

Ein Heimatfreund, der anonym bleiben möchte, hat 1996 auf dem Bergrücken eine Tafel aus Schiefer errichtet. Mit diesem so genannten Wildererstein macht er auf ein Ereignis aufmerksam, das sich 1922 an diesem Ort ereignete. In der damaligen Zeit, die von Armut und Not gekennzeichnet war, kam es nicht selten vor, dass in den Wäldern gewildert wurde. So auch ein Langewieser Köhler, der eine 13-köpfige Familie zu ernähren hatte. Sein 19-jähriger Sohn Heinrich Kuhn begleitete ihn. Der in den fürstlichen Wäldern der Höhendörfer tätige Revierbeamte hatte einen Schuss gehört und war zu der vermeintlichen Stelle geeilt. Er stellte am Knäppchen Vater und Sohn, die gerade mit dem Aufbrechen eines Rehes beschäftigt waren. Während eines Handgemenges ergriff der Vater die Flucht und forderte seinen Sohn auf, ebenfalls zu fliehen. Dieser versetzte dem Revierbeamten noch einen Schlag, bevor er mit seinem Drilling die Flucht ergriff. Der Förster vermutete, dass er aus der Dickung angegriffen würde und schoss hinter dem Flüchtenden her. Der Sohn wurde tödlich im Rücken getroffen. In einem anschließenden Gerichtsverfahren gegen den fürstlichen Revierbeamten wurde dieser freigesprochen.

Nach steilem Abstieg das Knäppchen hinunter erreichen wir eine kleine Schutzhütte in der Kurve der Bundesstraße B236. Nur 50 m geht es an der Straße entlang, dann steigen wir bergan zum Berg Auf der Höhe (Schutzhütte) mit seiner tollen Panoramasicht. Vor uns, auf der Kuppe des Astenberges, entdecken wir schon den Endpunkt der Winterberger Hochtour (WHT), den Astenturm.

Vorbei an der Berg-Goldschmiede (Besichtigungsmöglichkeit) erreichen wir bald die Elberfelder Hütte der Sektion Elberfeld des Deutschen Alpenvereins (DAV). Im Jahre 1992 wurde ganz in der Nähe ein markanter Schnadestein aufgestellt. Immer wieder öffnen sich uns interessante Aussichten nach rechts und links.

Wir erreichen Lenneplätze, den Geheimtipp für Ruhe liebende Sommerurlauber und Wintersportler. Köstlich munden uns die Beerenweine im nahen Gasthof Zur Glocke oder bei Wiesemanns. Am alten Sportplatz entlang wandernd, erreichen wir eine kleine Schutzhütte mit dem daneben stehenden Grenzstein Schmallenberg- Wittgenstein-Winterberg. [Nach rechts führt uns der Hauptwanderweg X 14 – vorbei an der Jugendherberge – hinunter nach Neuastenberg mit seinem bekannten Wintersportmuseum.]

Fast direkt dahinter verläuft wieder eine alte Landwehr. Sie ist eine der größten ihrer Art und noch auf einer Länge von fast 600 m erhalten. Der Aufstiegsweg zum Kahlen Asten ist unschwer als alter Hohlweg erkennbar, es war einmal ein Verbindungsweg vom Rothaarkamm über den Asten zur Heidenstraße. Das Sauerland - so wird behauptet - hat mehr als 2.500 Berge, die über 400 m hoch sind. Der Name Land der tausend Berge ist also leicht untertrieben.

Ein verdienter kühler Gipfeltrunk in der gemütlichen Restauration im Astenturm entschädigt uns für die Mühen. Wir können auf der Wanderkarte ja mal nachzählen, wie viele der 2.500 Berge wir auf unserer Hochtour erstiegen haben.
Ich bin wirklich stolz auf Sie!

Text: Uli Lange (SGV-Wanderführer)

 

Ausrüstung

Wetterfeste Bekleidung, Tourenrucksack, Bergschuhe, Erste Hilfe-Päckchen, Rettungsdecke, Getränke und Verpflegung, Sonnenschutzmittel, Taschenlampe und für die Übernachtung in Hütten einen Jugendherbergsschlafsack

Anfahrt

Über die A7 Hamburg-Hannover, A2 Bielefeld, A33 Paderborn und bei der Abfahrt Wünnenberg, Richtung Brilon über Olsberg nach Winterberg oder über die A5 Frankfurt-Giessen, bei der Abfahrt Marburg, Richtung Allendorf nach Winterberg.

Parken

Parkplatz am Kurpark, Parkplatz Zentrum oder am Bahnhof.

 

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit der Bahn nach Winterberg

Karte

Schwierigkeit schwer
Strecke91 km
Anstieg2892 m
Abstieg2892 m
Niedrigster Punkt448 m
Höchster Punkt838 m
Startpunkt der Tour:

Marktplatz/Untere Pforte in der Winterberger Stadtmitte

Zielpunkt der Tour:

Marktplatz/Untere Pforte in der Winterberger Stadtmitte

Eigenschaften:

Qualitätsweg Wanderbares Deutschland Rundtour Einkehrmöglichkeit

Höhenprofil

Höhenprofil

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